Darmkrebs - Vorsorge

Seit 2002 wird die komplette Dickdarmspiegelung zur Darmkrebs-Vorsorge empfohlen. Die Kampagne resultierte aus der Erkenntnis, dass über die letzten Jahre unverändert in unserem Land jährlich mehr als 30.000 Menschen an Darmkrebs versterben. Da die Erkrankung in Frühstadien kaum Symptome verursacht, wird sie häufig erst viel zu spät gestellt.

Da Darmkrebs meist aus unbemerkt im Darm wachsenden Polypen entsteht, ist die Erkrankung in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle potentiell heilbar. Polypen bilden sich meist im höheren Lebensalter. Aus diesem Grund wird derzeit von den Krankenkassen eine erste Darmspiegelung zur Darmkrebs-Vorsorge ab dem 56. Lebensjahr empfohlen. Dabei können selbst kleine Polypen mit einer Größe von unter 5 mm endoskopisch entdeckt und in derselben Sitzung entfernt werden.

Es gibt andere Verfahren, mit denen der Darm auf existierende Polypen untersucht werden kann. Der Stuhltest auf verstecktes Blut bietet keine ausreichende Sicherheit, um vorliegende Polypen oder eine Krebserkrankung sicher auszuschließen.

Untersuchungsverfahren auf der Basis einer Röntgen-Untersuchung (wie z.B. Kontrastmittel-Darstellungen des Dickdarmes oder computertomographie-gesteuerte Darstellungen) bieten (noch?) eine zu hohe Fehlerquote bei der Beurteilung. Vor allem aber fehlt es bei diesen Untersuchungen an der Möglichkeit, entdeckte Polypen während desselben Eingriffes zu entfernen. Die betroffenen Patienten müssen sich hierzu bei bestehendem Verdacht auf einen vorliegenden Darmpolypen anschließend einer Darmspiegelung unterziehen.

Personen, in deren Familie enge Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind, tragen ein höheres Darmkrebs-Risiko als die übrige Bevölkerung. Ferner besitzen Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und auch diejenigen mit bestimmten genetischen Veranlagungen ein erhöhtes Erkrankungs-Risiko.