Magen - Krankheitsbilder - Indikationen

Entzündungen

Magenschmerzen können durch eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) entstehen. Prinzipiell unterscheiden wir drei Formen der Magenschleimhaut-Entzündung, gekennzeichnet durch die Buchstaben A, B und C. Die genaue Form der Magenschleimhaut-Entzündung wird durch eine mikroskopische Untersuchung der bei der Magenspiegelung schmerzfrei entnommenen Gewebeproben vom Pathologen bestimmt. Die unterschiedlichen Formen der Gastritis werden unterschiedlich behandelt.



Die Typ-A-Gastritis wird durch Antikörper ausgelöst, die gegen körpereigene Strukturen, in diesem Falle gegen bestimmte Zellen in der Magenschleimhaut, gerichtet sind. Die Belegzellen in der Magenschleimhaut werden von diesen "Autoantikörpern" (Antikörper gegen körpereigenes Gewebe) zerstört. Dieser Vorgang kann weiteren Erkrankungen des Magens Vorschub leisten, so dass bei der Diagnose dieser Form der Gastritis jährliche endoskopische Kontrollen anzuraten sind.



Die Typ-B-Gastritis wird durch Bakterien ausgelöst. Bekannteste Ursache dieser Art der Magenschleimhaut-Entzündung wurde in den 90er Jahren der Helicobakter pylori genannte Erreger. Aber auch andere Erreger können die Magenschleimhaut besiedeln.



Die Typ-C-Gastritis entsteht entweder durch gewebeschädigende (toxische) Einflüsse von Medikamenten (meist Schmerzmitteln) oder aber durch den krankhaft gesteigerten Rückfluss von gallehaltigem Sekret aus dem Zwölffingerdarm in den Magen.





Helicobakter-Infektion

Eine der wohl bekanntesten Erkrankungen des Magens ist die Infektion der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobakter pylori. Dieser Erreger kann die Entstehung von Folgeerkrankungen, wie z.B. einem Magengeschwür, begünstigen. Die alleinige Besiedelung der Schleimhaut mit diesem Erreger stellt, wie wir heute wissen, keine zwingende Indikation zu einer antibiotischen Therapie dar. Erst wenn starke Beschwerden auf den Keim zurückgeführt werden oder gleichzeitig ein Geschwür in Magen oder Zwölffingerdarm oder besondere andere Erkrankungen der Magenschleimhaut bestehen, sollte der Helicobakter behandelt werden. Da zu dieser Therapie derzeit mindestens zwei antibiotisch wirksame Medikamente gleichzeitig verabreicht werden, sollten Sie uns über bei Ihnen bestehende Allergien möglichst frühzeitig informieren. Ansonsten werden wir Sie vor der Therapie danach befragen.



Magengeschwür

Ein Geschwür der Magenschleimhaut ist eine tiefergreifende Schädigung der Magenschleimhaut, die sogar zu Komplikationen wie einer Blutung oder dem Platzen der Magenwand führen kann. Glücklicherweise wird Ihnen heute aufgrund der bestehenden Magenschmerzen meist frühzeitig von Ihrem Hausarzt zu einer endoskopischen Untersuchung geraten, so dass die meisten Magengeschwüre frühzeitig und vollständig durch entsprechend wirksame Medikamente ausgeheilt werden können. Bestimmte Risikofaktoren, wie z.B. die häufige Einnahme bestimmter Schmerzmittel oder eine Helicobakterinfektion, können die Entstehung eines Magengeschwüres begünstigen. Da Magengeschwüre (im Gegensatz zu Zwölffingerdarmgeschwüren) auch bösartig sein oder werden können, entnehmen wir aus diesen Bezirken immer mehrere Gewebeproben für die mikroskopische Feinuntersuchung. Auch muss die komplette Abheilung sicherheitshalber immer durch eine endoskopische Kontrolluntersuchung und durch die Entnahme von Gewebeproben dokumentiert werden.